Von der Bohnenstange zum Schwergewicht

Meine persönliche „Gewichtsgeschichte“ beginnt recht unspektakulär. Ich bin ein Landei, mit Geschwistern und vielen Nachbarskindern aufgewachsen. Das Leben spielte sich draußen ab, im Garten, rund um unsere Siedlung. Übergewichtig war ich als Kind nie – im Gegenteil, es gab Phasen, da war ich aufgrund von Wachstumsschüben eher lang und dünn wie eine Bohnenstange. Gegessen wurde, was auf den Tisch kam bzw. meine Mutter kochte (ich würde es heute am ehesten als vollwertige Hausmannskost bezeichnen); es schmeckte, und ich machte mir eigentlich nie groß Gedanken darüber. Meine Eltern und Geschwister waren ebenfalls normalgewichtig. Sport spielte bei uns nie eine große Rolle, Bewegung war eher im Alltag integriert; wir gingen zu Fuß zur Schule oder fuhren mit dem Rad. Ansonsten waren unsere sportlichen Aktivitäten auf gelegentliches Schwimmen im Sommer sowie Schifahren und Eislaufen im Winter beschränkt. Auch betrieben wir diese Sportarten nicht in der Absicht, fit zu bleiben, sondern „nur“ zum Vergnügen.

Als ich mit 20 für mein Fachhochschul-Studium in meine eigene Wohnung zog, wog ich ca. 62 kg. Wenn ich heute nachrechne, ergibt das bei einer Körpergröße von 180 cm einen BMI von 19,1 – unterer Normalgewichtsbereich. Das sollte sich rasch ändern – in der eigenen Bude ging es so richtig los mit dem „Lotterleben“ (zumindest, was die Ernährung betraf 🙂): Tiefkühlpizza, Mayonnaise-Sandwiches und Burger, alles brav mit Cola und/oder Alkohol runtergespült. Nicht jede Mahlzeit war so komplett versaut, aber doch mindestens jede zweite, und auf Schokolade konnte ich sowieso noch nie verzichten. Die „anständigen“ Mahlzeiten wurden weniger, ich dafür mehr. Wie nicht anders zu erwarten, begann ich, langsam, aber kontinuierlich zuzunehmen. Mit 29 Jahren, längst im Arbeitsleben angekommen, brachte ich ungefähr 82 kg auf die Waage – 20 Kilo mehr in 9 Jahren! Ein Plus von etwa 2,2 kg pro Jahr, das klingt nach nicht viel – und summiert sich doch enorm, das erschreckt mich heute wohl am meisten.

3 Schwangerschaften gaben mir schließlich den Rest (hey Kids, ihr könnt da gar nichts dafür, das hab ich mir allein zuzuschreiben 🙂). Während der Schwangerschaften wollte ich mir ständig etwas „Gutes“ tun – in Form von zusätzlichen Snacks und anderen Leckerlis – und zwischen den Schwangerschaften sah ich nicht wirklich einen Grund, Normalgewicht anzustreben, da ich dieses in der nächsten Schwangerschaft ja ohnehin wieder einbüßen würde (ich weiß, die Logik ist verquer, aber so manche Mehrfachmama versteht mich vielleicht 🙂). Als ich im Frühling 2014 – einige Monate nach der Geburt meines dritten Kindes – 92 kg wog, unveränderlich, ohne weitere Tendenz nach unten, war er da. Der absolute Tiefpunkt, sofern man diesen Ausdruck mit 92 kg verwenden konnte. Es war dringend an der Zeit, etwas zu ändern, und zwar von Grund auf.

Wenn ihr wissen wollt, wie meine „Gewichtsgeschichte“ weitergeht – dranbleiben!! 🙂

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