Etappensieg: 14 kg Gewichtsverlust in 6 Monaten

Da war ich also. Weiblich, 1,80 m groß, 33 Jahre alt, mittlerweile 92 kg schwer – das entspricht einem Body Mass Index von 28,4 und liegt in der BMI-Tabelle weit oben, bereits 13 kg vom Normalgewichtsbereich entfernt, aber nur noch 6 kg von Adipositas – Grenzgebiet sozusagen 🙂 (mir ist bewusst, der BMI ist nicht der heilige Gral, aber für die große Mehrheit halte ich ihn für einen aussagekräftigen und absolut ausreichenden Richtwert – eventuell ist mir der BMI mal einen gesonderten Artikel wert).

Heute ist mir nicht klar, wie es so weit kommen konnte, wie ich das Offensichtliche so lange ausblenden konnte. Der gesunde Menschenverstand hätte mir schon viel früher – Jahre früher, um genau zu sein – sagen müssen, wohin der Weg von einem Kalorieninferno zum nächsten führt. Von Zeit zu Zeit waren neue Jeans notwendig, aber dieses Warnsignal registrierte ich gar nicht. Ich übte mich recht erfolgreich in der Kunst des Verdrängens.

Ein viel schlechteres Gefühl als die Zahlen auf dem Papier bereiteten mir aber mein Spiegelbild und viele andere Unpässlichkeiten. Ich fühlte mich ständig müde und antriebslos, schlief schlecht, hatte oft Rückenschmerzen. Die Couch war mein liebster Platz im Haus (ehrlicherweise rangiert sie nach wie vor ziemlich weit oben auf der Hitliste 🙂). Ich ging ungern unter Menschen, aus Angst, aufgrund meines Gewichts herablassend behandelt zu werden. Kurzum, ich war total unzufrieden mit mir. Das musste sich ändern.

Ich hatte ich der Vergangenheit (hauptsächlich zwischen 1. und 2. sowie 2. und 3. Schwangerschaft) bereits versucht, ein paar Kilos loszuwerden. Mehr als halbherzig wohlgemerkt, ohne genauere Vorstellung, wie das funktionieren könnte. Es gab weder einen echten Plan noch den Willen, einen solchen auch entschieden zu verfolgen. Ich bin nicht stolz darauf, aber insgeheim habe ich doch immer gehofft, eine der neuesten Wunderdiäten in diversen (vorwiegend Frauen-)Zeitschriften wäre endlich DIE Lösung und würde mir mühelos in nullkommanix das Fett vom Körper reißen. Literweise Grüntee sollte meinen – vielleicht doch kaputten? – Stoffwechsel ankurbeln, damit ich mein Körperfett im Schlaf verbrannte. Solche und ähnlich seltsame Diätvorhaben und –versprechen kennt wohl jeder. Ich sehe mich grundsätzlich als vernunftbegabten Menschen, aber bei Thema Gewicht war es mit dem Durchblick nicht weit her! 🙂

Das sollte diesmal anders werden. Ich hatte von einigen Leuten gehört, die mit der 10in2-Methode (abwechselnd einen Tag essen und einen Tag fasten) ziemlich flott einiges an Gewicht verloren und wollte es ebenfalls auf diese Art versuchen. Um mir die Wochenenden nicht zu vermiesen, passte ich die Diät ein wenig an und beschloss, drei Fasttage pro Woche – Montag, Mittwoch, Freitag – müssten genügen. Außerdem wollte ich die Kohlenhydratzufuhr stark einschränken (bis auf meine geliebte Schoki, darauf konnte ich einfach nicht verzichten 🙂). Mein (schlechtes) Gewissen riet mir auch zu irgendeiner Form der körperlichen Betätigung, um die Muskelmasse zu erhalten, und ich raffte mich zum sogenannten EMS-Training (Muskeltraining „unter Strom“) auf – 15 Minuten Training pro Woche mussten auch für mich unsportliches Faultier zu machen sein.

Und ich zog es durch.

Die ersten Wochen waren mehr als mühsam. Anfangs schaffte ich die Fasttage nicht zur Gänze und brach spätnachmittags ein, oft hatte ich Kopfschmerzen, der Alltag kostete mich alle Kraft. Wenn die Kinder zu Mittag aßen, konnte ich manchmal nicht widerstehen und aß mit – meist mehr, als ich an „normalen“ Tagen mittags gegessen hätte. Auch das Kochen nur für andere fiel mir schwer; probieren, ohne gleich den halben Topf leerzufuttern, war nicht immer drin. Das schlechte Gewissen war mein ständiger Begleiter – nach jedem „verbotenen“ Bissen, nach jedem verpatzten Fasttag ärgerte ich mich furchtbar über mich.

Aber es wurde tatsächlich einfacher. Es dauerte etwa 3 bis 4 Wochen, bis ich mich an den Rhythmus gewöhnt hatte, und es gab immer noch so etwas wie eine „Ausfallsquote“. Der Blick auf die Waage gab mir trotzdem Recht – und eine Wahnsinnsmotivation! –, ich hatte während des ersten Monats 4 kg Gewicht verloren. Ich kam immer besser zurecht mit den Fasttagen, schaffte auch mein EMS-Training am „Nuller“ ohne Kreislaufprobleme etc.

Binnen eines halben Jahres sank mein Gewicht von 92 auf 78 kg (-14 kg in 6 Monaten, im Schnitt ca. 2 kg pro Monat). Mein Körperfettanteil hatte sich von 32 auf 24 % (!!) verringert. Mit 24,1 lag mein BMI im Normalgewichtsbereich – ganz oben noch, aber ich freute mich wie ein Schneekönig über diesen Erfolg! 🙂🙂🙂 Der zurückgeschraubte Kohlenhydratkonsum tat mir gut, das große Nachmittagskoma, das mich früher regelmäßig nach dem Mittagessen heimsuchte, blieb weitgehend aus. Ich konnte meine Schlüsselbeine wieder sehen. Ich fühlte mich wacher, tatkräftiger, fitter, sogar geistig wendiger – wie neugeboren!

Ein Riesenschritt in die richtige Richtung war getan, so konnte es weitergehen! Aber wie das eben so ist, oft kommt es anders…

Von der Bohnenstange zum Schwergewicht

Meine persönliche „Gewichtsgeschichte“ beginnt recht unspektakulär. Ich bin ein Landei, mit Geschwistern und vielen Nachbarskindern aufgewachsen. Das Leben spielte sich draußen ab, im Garten, rund um unsere Siedlung. Übergewichtig war ich als Kind nie – im Gegenteil, es gab Phasen, da war ich aufgrund von Wachstumsschüben eher lang und dünn wie eine Bohnenstange. Gegessen wurde, was auf den Tisch kam bzw. meine Mutter kochte (ich würde es heute am ehesten als vollwertige Hausmannskost bezeichnen); es schmeckte, und ich machte mir eigentlich nie groß Gedanken darüber. Meine Eltern und Geschwister waren ebenfalls normalgewichtig. Sport spielte bei uns nie eine große Rolle, Bewegung war eher im Alltag integriert; wir gingen zu Fuß zur Schule oder fuhren mit dem Rad. Ansonsten waren unsere sportlichen Aktivitäten auf gelegentliches Schwimmen im Sommer sowie Schifahren und Eislaufen im Winter beschränkt. Auch betrieben wir diese Sportarten nicht in der Absicht, fit zu bleiben, sondern „nur“ zum Vergnügen.

Als ich mit 20 für mein Fachhochschul-Studium in meine eigene Wohnung zog, wog ich ca. 62 kg. Wenn ich heute nachrechne, ergibt das bei einer Körpergröße von 180 cm einen BMI von 19,1 – unterer Normalgewichtsbereich. Das sollte sich rasch ändern – in der eigenen Bude ging es so richtig los mit dem „Lotterleben“ (zumindest, was die Ernährung betraf 🙂): Tiefkühlpizza, Mayonnaise-Sandwiches und Burger, alles brav mit Cola und/oder Alkohol runtergespült. Nicht jede Mahlzeit war so komplett versaut, aber doch mindestens jede zweite, und auf Schokolade konnte ich sowieso noch nie verzichten. Die „anständigen“ Mahlzeiten wurden weniger, ich dafür mehr. Wie nicht anders zu erwarten, begann ich, langsam, aber kontinuierlich zuzunehmen. Mit 29 Jahren, längst im Arbeitsleben angekommen, brachte ich ungefähr 82 kg auf die Waage – 20 Kilo mehr in 9 Jahren! Ein Plus von etwa 2,2 kg pro Jahr, das klingt nach nicht viel – und summiert sich doch enorm, das erschreckt mich heute wohl am meisten.

3 Schwangerschaften gaben mir schließlich den Rest (hey Kids, ihr könnt da gar nichts dafür, das hab ich mir allein zuzuschreiben 🙂). Während der Schwangerschaften wollte ich mir ständig etwas „Gutes“ tun – in Form von zusätzlichen Snacks und anderen Leckerlis – und zwischen den Schwangerschaften sah ich nicht wirklich einen Grund, Normalgewicht anzustreben, da ich dieses in der nächsten Schwangerschaft ja ohnehin wieder einbüßen würde (ich weiß, die Logik ist verquer, aber so manche Mehrfachmama versteht mich vielleicht 🙂). Als ich im Frühling 2014 – einige Monate nach der Geburt meines dritten Kindes – 92 kg wog, unveränderlich, ohne weitere Tendenz nach unten, war er da. Der absolute Tiefpunkt, sofern man diesen Ausdruck mit 92 kg verwenden konnte. Es war dringend an der Zeit, etwas zu ändern, und zwar von Grund auf.

Wenn ihr wissen wollt, wie meine „Gewichtsgeschichte“ weitergeht – dranbleiben!! 🙂

Heute bleibt die Küche kalt – Graukäse in Essig & Öl

Die Luft flimmert schon um 10 Uhr vormittags unter quietschblauem Himmel und der Griller ist noch warm vom Barbecue tags zuvor. An Tagen wie diesen wünsche ich mir, meine Küche wäre ein begehbarer (Heineken-)Kühlschrank und verzichte auf jedwedes Küchenutensil, das zusätzlich Wärme produziert – die Kaffeemaschine ausgenommen, versteht sich. 🙂 Es gibt dann keinen selbstgebackenen Kuchen und auch keine Ofenerdäpfel, stattdessen wird aufgetischt, was die Zimmertemperatur nicht noch zusätzlich nach oben treibt.

Der gelernte Österreicher kommt dann an Klassikern wie der „Sauren Wurst“ – Extrawurst, am besten fein aufgeschnitten, mit Zwiebelringen, in Essig und Öl mariniert – nicht herum. Ich muss gestehen, ich mag sie zwar, entscheide mich aber in 9 von 10 Fällen dann doch für den bunten, vitaminreichen Salat mit der etwas fettärmeren Eiweißquelle obendrauf (ich wurde zugegebenermaßen total überrascht, als ich die Nährwerte von Extrawurst recherchierte – im Schnitt liefern 100 g nur ca. 240 kcal; in dieser Liga spielt auch Mozzarella, zumindest die Vollfettvariante. Gefühlsmäßig hatte ich an etwa 300 bis 400 kcal gedacht, total daneben. Der Haken ist bloß, ich werde von 100 g Extra garantiert nicht satt).

Da ich, vor allem in der wärmsten Jahreszeit, viel und oft Salat esse und mir irgendwann das Thunfisch-Feta-Mozzarella-Ei-Einerlei beim Hals raushängt, freue ich mich immer, wenn ich was Neues entdecke – wie gestern, als ich beim Lebensmittelhändler meines Vertrauens in der Kühlvitrine den Graukäse von Tirol Milch ausmachte – hü-hüpf!! Zwar ist Graukäse an sich kein neues Produkt, ganz im Gegenteil, in den östlichen Bundesländern aber doch eher wenig präsent. Säuerlich-mild im Geschmack, je nach Reifegrad leicht bröselige bis speckig-quargelartige Konsistenz, geruchsmäßig ziemlich intensiv, kalorienarm (140 kcal pro 100 g), null Fett, null Kohlenhydrate, dafür eine wahre Eiweißbombe (über 30 g pro 100 g Käse!) – ausprobieren lohnt sich!

Genug gelabert, hier mein Rezeptvorschlag für 1 Portion:

200 g Graukäse
2-3 Frühlingszwiebel
1 EL Essig (zB Apfelessig)
2 EL Olivenöl
ev. 1 EL Wasser
1/2 TL Zucker
Salz, Pfeffer (frisch gemahlen)
eine Handvoll Cocktailparadeiser (die würde ich übrigens keinesfalls weglassen, ihr zart-süßes Aroma harmoniert vorzüglich mit dem eher rustikalen Graukäse – das Tüpfelchen auf dem i!)

Zubereitung:

Graukäse in mundgerechten Stücken auf einem Teller anrichten. Frühlingszwiebel in feine Ringe schneiden und auf dem Graukäse verteilen. Essig, Öl, Zucker, Senf, Salz und Pfeffer verrühren und pikant abschmecken. Die Marinade über den Graukäse leeren. Mit geviertelten Cocktailparadeisern garnieren.

Mahlzeit!!

Aller Anfang ist „schwer“!

Wer, aus welchen Gründen auch immer, abnehmen möchte oder muss, hat es wahrlich nicht leicht. Zu diesem Thema wird so unglaublich viel veröffentlicht, Sinniges und Unsinniges; man kämpft sich durch einen wahren Dschungel an Informationen über verschiedene Methoden zur Gewichtsreduktion, und währenddessen schießt schon wieder eine Vielzahl neuer Modediäten wie Schwammerl aus dem Boden. Kein Wunder, wenn man da den Überblick verliert.

15 Jahre schleichende Gewichtszunahme durch Nachlässigkeit meinem Körper gegenüber (leider kann ich es nicht nachsichtiger formulieren) und 3 Schwangerschaften haben mich an den Punkt gebracht, an dem ich mich nicht mehr wohlfühlte in meinem Körper. Die Kleidungsstücke, die ich mir gern gekauft hätte, fand ich in meiner Größe nicht mehr ansehnlich (zumindest nicht an mir), ich bevorzugte Schuhe, die ich nicht zubinden musste (der Bauch war im Weg), und bei der kleinsten körperlichen Anstrengung schnaufte ich wie eine Dampflok. Der Blick in den Spiegel bereitete mir einfach keine Freude mehr.

So sollte ich meine „besten Jahre“ verbringen? So wollte ich meine besten Jahre nicht verbringen. Wer sagte mir, dass die Zahl auf der Waage nicht noch weiter nach oben klettern würde? Und könnte ich in einigen Jahren konditionell noch mit meinen Kindern mithalten? Das wollte ich lieber nicht herausfinden, daher war für mich klar: Der Speck muss weg! Seither beschäftige ich mich intensiv mit dem Thema Abnehmen und habe in ca. 1,5 Jahren 25 kg „verloren“ (wenn das so einfach wäre) – und finde sie hoffentlich nie wieder! 🙂 Der Weg zum Idealgewicht war holprig, mit kleinen Triumphen am Wegesrand, oft auch frustrierend – aber heute halte ich mein Gewicht ganz ohne Jojo-Effekt im unteren Normalgewichtsbereich! Wie ich mir diesen Erfolg erarbeitet habe – UND WIE DU DAS AUCH KANNST –, ist Gegenstand dieser Webseite, neben kleinen & größeren Gewichtsgeschichten zum Thema Abnehmen, Gewicht und Ernährung.

Ein schlanker Körper macht noch kein glückliches Leben, aber mit Wohlfühlgewicht geht doch einiges „leichter“! Ich möchte ermuntern – Wege entstehen dadurch, dass man sie geht!